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Mit dem Schiff in ferne Länder

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1970 und 1971


Ausschnitt aus einem Reisebericht


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Reise-Routen

Meine Schiffe: MS Helga Russ - MS Hornstern - MS Sloman Alsterblick - MS Falkenstein - MS Sloman Alstertor

 

Weltreisen - In 90 Tagen um die Welt, mit dem Kühlschiff Kühl-MS Sloman Alstertor

 Die Reiserouten der MS Sloman Alstertor: Kommen Sie, steigen Sie ein! Der Koch Karl Kaserer ist auch schon an Bord.


Karibikreise: Genua – Neapel - Gibraltar – Colon am Panamakanal – Turbio (Kolumbien) – Almirante in Panama – Oslo – Göteborg – Danzig - Hamburg.


1. Weltreise: Hamburg - Panamakanal – Puerto Bolivar – Guayaquil (beide Equador) – vorbei an den Galapos-Inseln und an Hawai’i – in Japan: Muroran (Insel Hokaido) – Tokyo – Kobe – Fukuoka/Hakata – dann Shanghai (China) – vorbei an Taiwan und Vietnam (Krieg) – vorbei an Sumatra (Indonesien) – vorbei an Madagaskar – Durban (Südafrika – vorbei an Dakar (Senegal) -Gibraltarpassage – Konstanza (Rumänien).


2. Weltreise: Konstanza – Gibraltar – Panamakanal – Puerto Bolivar – Guayaquil – vorbei an Hawai’i – Muroran – Tokyo – Kobe - Fukuoka/Hakata – vorbei an Taiwan und Vietnam – vorbei an Singapur – vorbei an den Malediven – Merka – Chissimaio (beide Somalia) – Durban (Südafrika) – Brunsbüttel (Schleswig-Holstein). Die Kühl-MS Sloman Alstertor wurde 1968 bei Howaldswerke-Deutsche Werft AG gebaut, sie hat 6.560 BRT, und fährt bis zu 22.8 Knoten.

Ich heuerte wieder bei der Reederei Rob. M. Sloman jr. in Hamburg an. Die schöne MS Sloman Alsterblick war ja schon nach Frankreich verkauft.
Diesmal durfte ich auf der MS Sloman Alstertor als Steward in der Offiziersmesse fahren. Außer den Fahrten auf der MS Helga Russ wurden die Fahrten Große Fahrt bezeichnet. Es gibt dann noch die Mittlere Fahrt, solche Fahrten gehen z. B. nach Portugal und Mittelmeer.

 Am 18. April 1971 um 16 Uhr fuhr ich wieder mal mit der Bahn von Hamburg nach Genua, wie 1970 zur MS Sloman Altserblick. Danach am 22. ging die Fahrt in die schöne Stadt Neapel. Am nächsten Tag fuhren wir um 14 Uhr ab in Richtung Panamakanal, (Web-Camera). Einfahrt in den Panamakanal am 5. Mai 1971. Wir legten in Colon an. Da fühlte ich mich viel glücklicher als in Europa.

 

 

 Für den folgenden Tag hatten wir einen Auftrag in Kolumbien zu erledigen, nämlich in Turbio, einer einst berüchtigten Seeräuberecke. Wir bekamen Bananen zum Laden, die direkt von der Plantage herangeschafft wurden, deshalb dauerte es drei Tage.

Bild rechts: Beim Bananenladen in Turbio. Dann fuhren wir an den nördlichen Teil Panamas nach Almirante. Von dort holten wir die bekannten Chiquita-Bananen.
  Panama ist ein ausgesprochen schönes Land, mit schöner Musik, dort hätte es mir gefallen. Palmen, Palmenalleen, Palmenstrände und Meer an beiden Küsten. Leider gibt es auch in Panama schon zu viele Autos, das ist wegen der so schönen Landschaft sehr schade. Bewundernswert sind die alten Bauwerke vergangener Jahrhunderte.

Turbio, Kolumbien

Während des Aufenthaltes hieß es plötzlich Schwimmwesten anziehen, Rettungs-Übung, Manöver! Bild rechts: Beim Manöver in Almirante. Das paßte mir gar nicht, ich konnte ja noch nicht schwimmen. Es half nichts, ich mußte mit in das Boot, auch der sich sträubende Funker Hahn aus Berlin Wedding. Ich sitze hier links vom 2. Offizier, rudern dürfen die anderen.

Bootsmanöver

Der herzlichen Freundlichkeit begegnet man hier genauso wie sonst überall in Lateinamerika. Schwer beladen mit den Schätzen der tropischen Natur fuhren wir am 12. Mai früh morgens ab in Richtung Oslo. Nach zwölf Tagen gelangten wir über das Skagerrak nach Norwegen. Wir verteilten die Bananas auf die Häfen Oslo, Göteborg (Schweden), Danzig. Bild: vor Oslo.

Einfahrt nach Oslo

 

Am Abend des 28. Mai konnte ich in Hamburg schon wieder über die Reeperbahn bummeln und in der damaligen Hans Albers Bar einen Trink nehmen, das war an einem Freitag. Am Samstag nach acht Tagen hieß es wieder einmal Adieu Hamburg. Nun folgten zwei Reisen rund um die Welt, beidemal westwärts durch den Panamakanal (siehe Fotos danach). Am 14. Juni um 11 Uhr 30 begann meine erste Passage durch den Panama-Kanal. Panama besitzt auch schöne Strände.

    Am Anfang befindet sich die Stadt Colon, danach kommt der Gatun See, gefolgt von einem Gebiet bei dem ich links und rechts geheimnisvollen, stillen Urwald sah, ohne mit meinem Fernglas irgend ein Wesen zu erspähen. Etwa in der zweiten Hälfte, auf der Südseite stand ein anderer Wald, ein Antennenwald des Kanalpächters USA, die Pacht lief 1999 aus.

  Und am pazifischen Ende kam die Miraflores-Schleuse sowie die Brücke der Interamericana, die Mittel- und Südamerika verbindet, und Panama Ciudade, die Hauptstadt, sie liegt schon am Pazifischen Ozean.

kleines griech. Passasiergschiff

Bild: ein griechisches Kreuzfahrtschiff begegnet uns.
Von Costa Rica kommend führt die Interamericana direkt an die Pazifikseite von Panama Ciudade, danach, ab dem Stadtteil Chorillo, muß man achtgeben, denn die Interamericana führt nicht vielleicht wie eine Autobahn schnurstracks weiter nach Südamerika.
(weiter im Kasten rechts)

In Panama Ciudade muß man unbedingt Halt machen, um Alt Panama (Panama Viejo) zu besuchen, es lohnt sich wirklich.
Der Kanal wurde von 1904 bis 1914 von den USA gebaut und kostete sie 380 Mill. Dollars. 40.000 Arbeiter waren dazu nötig. 7.000 haben dort ihr Leben gelassen, viele von ihnen starben an Krankheit und körperlicher Ausbeutung. Am 15. August 1914, zum Beginn des Ersten Weltkrieges, wurde der 50 Meilen lange Kanal eröffnet. An der pazifischen Seite wird der Kanal von der am 12. Oktober 1962 fertiggestellten Brücke des Inter-Amerikanischen Highways überquert. Sie hat eine Länge von 6.200 Fuß (etwa 2.046 Meter) und eine Höhe von 200 Fuß (66 Meter), sie kostete damals schon 20 Mill. Dollars. Normal benötigt ein Schiff etwa acht Stunden für die Durchfahrt

in der Miraflores-Schleuse

Bild: Mein Schiff an der Miraflores-Schleuse, schon fast am Pazifischen Ozean. Die Schleuse besteht aus zwei nebeneinanderliegenden Schleusenkammern. Die Schiffe werden Steuerbord und Backbord mit je einer elektrischen Lock gleichzeitig in die Kammer und dann aus dieser wieder herausgezogen.

Eine Kammer ist 36 Meter breit und 330 Meter lang. Wasser braucht nicht gepumpt zu werden, der Höhenunterschied von 28 Metern wurde durch Ablassen auf das niedrigere Niveau bewerkstelligt.

im Panamakanal, Westseite


Bild : Panamakanal, dahinter ganz schwach sichtbar, die Interamericana-Brücke, die Nord- mit Südamerika verbindet, darunter mußte ich durch. Live Camera Panama-Kanal (benutzt Aktiv-X).

 Am folgenden Morgen stand die Sonne über Ecuador über einem klaren blauen Himmel, und deshalb wurden wir mit einem himmlischen goldgelben Sonnenaufgang beschenkt, es war der schönste. Hierzu paßt der Song ...Yellow sun of Ecuador ... . Das Schiff lief am Morgen des 17. Juni im Hafen von Porto Bolivar ein, von dort waren es noch dreizehn Stunden Fahrt nach Guayaquil, beide Orte liegen etwa 2 Grad südlich vom Äquator. Wir hatten also ein herrliches tropisches Klima. Der höchste Berg ist übrigens der Chimborazo mit 6.272 Meter, sagt man. Aber dieser ist weit, und Guayaqul, mit seinen hübschen Mädels, so nah!

 

                         Oh Juanita!

Am Samstag wollten wir uns amüsieren,
         und gingen deshalb spazieren.
In einem Lokal, nicht weit,
         war es dann soweit.
Juanita reichte mir ihre Hand,
         und wir gingen in den ersten Stock, miteinand'.

Te quiero, te quiero, sprach ihr Mund,
         mein Herz jauchzte, es hatte auch allen Grund.
Juanita brachte meinen Körper zur Glut,
         in ihrem Gemach, war alles super und gut.
Das Kakalaken-Gekrabbel unterm Himmelbett,
         fanden wir zwei, aber gar nicht nett.

      (Zur Erinnerung an Juanita in Guayaquil, Ecuador.
      Te quiero bedeutet, ich mag dich)

  Am 21. Juni mußte ich Abschied nehmen, meine Juanita stand am Kai, ihr buntes Taschentuch flatterte in ihrer zarten Frauenhand, und sie weinte, auch mein Herz weinte. Ja, Abschied, ist auch ein bißchen wie sterben.

 

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